Klang_Insel / 22.11. - 21.12.2003
Gare du Nord, Basel
Die Installation "Klang_Insel" entstand auf Einladung des Gare du Nord, Bahnhof für Neue Musik, Basel. Für die Zeitdauer eines Monats haben wir eine akusmatische Lounge, ein interaktives Wohnzimmer eingerichtet. Ähnlich wie unserer Installation "LeisureLand" ist auch "Klang_Insel" eine Sammlung von mehreren interaktiven Klangspielen. Im Zentrum der Installation befand sich ein runder Tisch mit einem Loch, in dessen Mitte. Der Tisch konnte mit Tennisbällen gefüttert werden. Für jeden Ball gab es einen akustische Reaktion vom Tisch. Rund um den Tisch waren vier Ohrensessel angeordnet. Die Sitzflächen der Sessel konnten registrierten, ob man auf ihnen sitzt oder nicht. Jeder Sessel hatte Lautsprecher in seinen "Ohren" und einen Shakerlautsprecher im Rückenbereich. Zusätzlich zu dieser Grundausstattung hatte jeder Sessel ein individuelles Interface um damit ins Klang- oder Lichtgeschehen einzugreifen.

Der Rüttler:
Dieser Sessel gab dem Besucher die Möglichkeit die Sitzflächen der Sessel in Vibra-tionen zu versetzen. Durch einen Joystick und einen Auslöser konnte eine rythmische Sequenzen in den Shakerlautsprechern an den Sesseln abgespielt werden. Der Spieler konnte auswählen, welchen Sessel er vibrieren lassen wollte. Er konnte auch seinen eigenen Sessel erzittern lassen.

Lichtwand:
Diserer Sessel stand gegenüber einer Wand mit Glasbausteinen. Hinter dieser Glaswand hatten wir 11 Lichtquellen arrangiert. Der Besucher hatte die Möglichkeit diese Lichtquellen zu kontrollieren.

Sternschauer:
An den Spitzen der beiden Armlehnen befanden sich je ein Laserpointer. Diese konnten in allen Achsen bewegt werden und konnten an die Decke gerichtet werden. An der Deck waren sieben Sterne angebracht, in deren Mitte sich jeweils ein Lichtsensoren befand Der Besucher macht Musik, in dem er mit dem Laserstrahl die Sterne beleuchtete.

Moderator:
Dieser Sessel hatte ein Mikrophon und ein kleines Interface zur Kontrolle eines Pitchshifters (Tonhöhenveränderung). Mit einem Joystick konnte der transformierte Klang in einem der vier Sessel abgespielt werden. Kurze Sätze oder mundgemachte Gräusche konnten aufgenommen und abgespielt werden

Um die Sitzgruppe herum waren acht Lautsprecher angeordnet, aus denen eine perma-nente Klangkulisse zu hören war. Diese Klangkulisse wurde durch die musikalisch interpretierten Daten eines Sensornetzwerkes generiert. Die Sensoren diese Netzes ver-teilten wir an markanten, aktionsreichen, stark frequentierten Abschnitten innerhalb des Hauses und aussenhalb, rund um das Haus. Wie Fühler eines seltsamen Insektes oder wie das Mycel eines Pilzes durchzogen diese Sensoren und ihre Kabel das ganze Gebäude. Bewegungen im und um das Haus wurden zu Klängen.
An einer weiteren Wand des Raumes stand ein Aquarium. Näherte sich eine Person dem Aquarium änderte sich dessen Zustand. Es erwachte aus dem Ruhezustand. Dies äusserte sich durch das Einschalten der Luftpumpe, das Verändern der Lichtsituation im und um das Aquarium sowie durch Klängeveränderungen.
Auf einem Regal gab es vier "sprechende" Bücher. In normale Bücher hatten wir einen Lautsprecher eingebaut, die Seiten reduziert und diese dann mit Kontakten versehen. Der Besucher konnte sich durch verschieden Musikwelten blättern, die in einer Beziehung zum textlichen Innhalt der Bücher standen.