LeisureLand 2 / 27.01 - 26.02.06
Plug.in, Basel
"Was lauft..." / TeleBasel (Daniel Bossart)
LeisureLand 2 ist eine weiterführende Version unseres Klassikers LeisureLand. Wir haben auf Einladung des Plug.in (Galerie für Neue Medien, Basel) eine Kollektion aus älteren Werken und neuen Ideen ausgestellt. Dabei haben wir bereits gezeigte Werke überarbeitet und erweitert. So gibt es das Klangmemory nun auch im Tischformat, als Konsole. Auch wieder dabei sind die Sterne aus Klang_Insel, im neuen, stabileren Design und unsere Feengrotte. Neu entwickelt haben wir das Telefon, den Klangtisch und den reaktiven Spiegel. Neu dabei, neben dem Klimper-Bär und dem küssenden Zebra sind die philosophierenden Esel. Texte und Bilder zu den einzelnen Objekten im folgenden.
KlangTisch
Der Klangtisch ist ein interaktives Bild. Unserer Zivilisation als Fotocollage. Unter dem Fotobild sind acht lichtempfindliche Sensoren in die Tischplatte eingelassen. Der Tisch wird von oben mit einer starken Lichtquelle beleuchtet. Durch den Schatten einer Hand oder des Körpers der Besucher verändern die Sensoren ihren elektrischen Widerstand. Zu hören gibt es, was auf dem Bild zu sehen ist. Die acht Zonen sind: Stadt, Industriegebiet, zwei verschiedene ländliche Landschaften, alpine Landschaft, eine asiatische Berglandschaft, Meeresküste und eine Raumstation.
Telephon
Das Telephon wird über seine Drehscheibe ganz normal bedient. Abnehmen, Wählen und Warten. Dann aber, Verwirrung. Man wird mit den Nachrichten fremder Personen konfrontiert, welche von diesen auf das Band eines Telephonbeantworters gesprochen wurden. Haben diese Menschen gesagt, was sie wollten, hängen sie ab und lassen einen hängen.
Der Spiegel
Sieh, was du sagst. Unser Spiegel machts möglich. Über ein Mikrophon hört der Spiegel deine Stimme oder das Klatschen deiner Hände und bewegt sich dazu. Technisch erklärt: Das über das Mikrophon eingehende Audiosignal wird im Computer dermassen bearbeitet, dass es keine Nulldurchgänge mehr aufweist. Danach dient es zur Amplitundenmodulation eines Null-Hertz-Sinustones. Einfachergesgt: Die Spule des Lautsprechers bewegt sich analog zur Amplitude des Inputsignales. Die Membrane bewegt dann die Spiegelfolie.
Sitzgruppe
Setz dich in den Sessel und lausche. Nähere dich den Blumen und lausche. Eine Wohnzimmersituation mit einem gemütlichen Ohrensessel und Zimmerpflanzen. Die Zimmerpflanzen sind mit Antennen von Theremins versehen und reagieren auf die Nähe von Menschen mit sphärischen Klängen. Die Sitzfläche des Sessels erkennt, ob jemand in ihm sitzt und fängt ebenfalls an, den Besucher mit Musik zu verwöhnen. Einzig der Fussschemel mag es nicht, wenn man seine Füsse auf ihm abstütz und zeigt dies durch Grummeln und Fauchen.
Memory
Unser bereits oft gezeigtes und beliebtes Klangmemory, jetzt als Tischkonsole. Suche unter den 16 Schaltern die 8 verborgenen Klangpaare.
Bär & Zebra
Auch wieder dabei. Unsere süssen kleinen Mitarbeiter. Das Küss-mich-Zebra und der Klimper-Bär. Beide wollen geknuddelt und gedrückt werden.
Rot & Braun
Neu im Sortiment. Die philosophierenden Esel. Rot und Braun unterhalten sich über ihr Schicksal, dass sie jetzt Verkabelt sind und ausgestellt werden. Sie versuchen sich gegenseitig zu trösten oder seufzen um die Wette. Steuere diese Dialoge, indem du die Stofftiere abwechselnd berührst, wobei du selbst zur ausführenden Marionette wirst.
Sterne
Wie Klingen die Sterne? Wir wissen es. Sieben lichtempfindliche Sensoren, als Sterne getarnt, hängen an der Wand in der Formation des Grossen Wagens. Gegenüber der Wand im Abstand von einigen Metern steht ein Stuhl mit zwei Laserpointern. Werden die Sterne mit den Laserstrahlen beleuchtet modulieren sie ein Soundfile. Bei sieben Sternen gibt es 2 hoch 7, also 128 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten.
Der Teich
Singendes Schilf und grummelnder Steg. Triff den Seerosen-Jackpot. Unsere Feengrotte ist als impressionistische Interpretation einer Landschaft zu verstehen. Der Fussboden wurde mit Styroporplatten ausgelegt. In diese Styroporplatten sind Mikrophone eingelassen. Werfen die Besucher die zur Verfügung gestelleten Kieselsteinchen auf diese Platten registrieren die Mikrophone das Geräusch des Aufpralls und verwenden dieses als Triggersignal zur Auslösung von Soundfiles. Künstliche Schilfpflanzen auf Joysticks aufgepforpft beginnen zu Singen, wenn sie bewegt werden. In der Mitte des Teiches befindet sich eine grosse Seerose. Trifft man in ihren Blütenkelch, erzittert der Raum in massivem Bass.